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Original-Slash vs Original-Yaoi?

Gibt es einen Unterschied?
Und wenn ja, worin besteht er?

Bei Fanfics ist die Definition, was Slash und was Yaoi ist, zumeist recht einfach: Yaoi für Anime/Manga-Quellen, Slash für so gut wie alles andere. Nicht immer, aber doch meistens. (Eroica ist ein gern angeführtes Gegenbeispiel: Slash, trotz Manga-Canon. Und die Shipping-Kriege, die es um Harry/Draco vs. Draco/Harry gibt, deuten eher auf yaoi als auf slash hin...)
Man kann auch sagen, dass Slash sich dadurch auszeichnet, dass die Beziehung im Canon eben noch nicht existiert. Wobei ich das nicht so unterschreiben würde - ich würde eine Willow/Tara (Buffy) Geschichte immer noch als Femmeslash bezeichnen.

Aber wo zieht man die Grenzen, und gibt es sie überhaupt, wenn es um Originale geht?


Ich vermute mal, dass, wenn überhaupt, jeder das anders definiert. frogspace tat das vor ein paar Jahren so:
Original-Fiction funktioniert dann für mich als Slash, wenn die Charaktere so in Position zueinander gebracht werden, dass ein slashiger (Sub)text entsteht. Die Auflösung kann zwar auch im Text selber erfolgen, ist aber für den Erfolg der Geschichte nebensächlich.

Bei ihr geht es also in erster Linie um die Spannung, die im Text zwischen den Charakteren aufgebaut wird. (Fanfic-Slash hat die Spannung im Canon, die Auflösung in der Fic; O-Slash muss die Spannung erst selbst aufbauen. Glaube ich zumindest, so herausgelesen zu haben.)

Für mich ist das ein bisschen anders. Ich seh die Unterschiede mehr auf der Ebene der Charakterisierung, die daraus resultiert, aus welcher Fandom-Ecke man zu den Originalen kommt. (Ich hab ursprünglich mal mit Shounen-ai Mangas angefangen, bin dann ziemlich lange am Potter-Slash hängengeblieben, und wühle mich gerade durch DC-Comics-Slash, falls das hilft, den Standpunkt zu verstehen...)
Beziehungen im Yaoi/Shounen-Ai sind strikter festgelegt auf Seme/Uke, mit den ganzen entsprechenden stereotypen Charaktereigenschaften, die damit einhergehen. Im Slash ist das, habe ich das Gefühl, weniger strikt, da kann mal der eine, mal der andere toppen (und nicht nur der Uke ausnahmsweise mal, weil's ein - OMG - Plotpoint ist.), oder aber die sexuelle Präferenz, die der Charakter hat, muss nicht unbedingt zu seinem Charakter passen. (Snape/Harry, wo man ja nach yaoi-Maßstäben Harry eher zum Uke deklarieren und auch entsprechend überspitzen würde, funktioniert auch sehr gut mit Harry on top.)

Es hat vielleicht auch was mit Sprache zu tun, das ganze 'der Größere/Kleinere/Rothaarige' scheint es in Yaoi mehr zu geben, was sich darauf zurückführen lassen könnte, dass es auf einem in erster Linie visuellen Fandom beruht. (Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich inzwischen 'bessere' Geschichten lese, höhere Ansprüche habe, und solche Formulierungen eben meide. Ich weiß nicht.)

Jedenfalls habe ich bei Slash eher das Gefühl, dass es um zwei Charaktere geht, die sich finden, und weniger um diese zwei Stereotype. Je weiter sich das Paar in einer Original-Geschichte also von den Seme/Uke-Stereotypen entfernt, desto eher würde ich es als O-Slash anstelle von O-Yaoi bezeichnen.[*]


Wie sieht das für euch aus? Gibt's nen Unterschied, und wenn ja, worin besteht er? Und wenn nein, warum nicht?


[*] Auf die Spitze getrieben müsste ich dann also Slash-Fanfic, in der nach Seme-Uke-Muster charakterisiert wird, als Yaoi bezeichnen. Aber da greift dann wohl wieder die Aufteilen-nach-Medien Regel, und ich halte es einfach eher für schlechten Slash, weil mich Seme/Uke nicht anspricht. alles subjektiv und so...

(Ich habe übrigens das Gefühl, dass es bei den Sachen, die mir so im Original-Bereich begegnet sind, mehr Yaoi als Slash gab, vermutlich, weil eben auch die meisten Schreiber eher aus dem Bereich Anime/Manga kommen/gekommen sind. Vermutlich müsste ich mein Wissen einfach mal wieder auffrischen, neue Geschichten lese, aber jedes Mal, wenn ich versuche, die Geschichten, die ich vor ein paar Jahren noch toll fand, nochmal zu lesen, höre ich nach kurzer Zeit auf, weil sie mir meist einfach nicht mehr gut genug sind. Das englische Fandom hat mich versaut...)
Tags: diskussion: inhalt, essay
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